Scenografie / Drucke

 

Das künstlerische Gesamtwerk von Torsten Russ ist im Spannungsfeld der Leipziger Schule verankert, behauptet jedoch durch eine radikale formale Härte und thematische Schärfe eine dezidierte Sonderstellung als unkorrumpierbarer Einzelgänger. Während seine malerischen Arbeiten mit Pigmentstiften, Öl und Tusche dichte figurative Bildpanoramen, existenzielle Konflikte und dystopische Gesellschaftsanalysen artikulieren, vollzieht die Werkgruppe der 3D-Szenografien einen konsequenten Schritt in den computationalen Raum. Russ zählt historisch zu den Pionieren bildender Kunst im deutschsprachigen Raum, die Konstruktions- und CAD-Software, welche originär für Architekten und Ingenieure entwickelt wurde, zweckentfremdeten, um autonome bildkünstlerische Raumkompositionen zu generieren. Dieser methodische Bruch ermöglicht eine visuelle Klärung: Das emotionale Chaos der figürlichen Vorarbeiten weicht einer tektonischen Disziplinierung, ohne die inhärente Dramatik und psychologische Spannung einzubüßen.

Die exemplarisch vorliegenden Arbeiten dieser Gruppe verdeutlichen das breite formale Spektrum der Serie, das sich aus einer rigorosen Reduktion auf Tiefschwarz, Reinweiß und fein differenzierte Grauskalen speist

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